Ökologie & Gesellschaft

Waldbaden: So gelingt die erholsame Naturtherapie

Bei einem Waldbad erlebt man den Wald mit allen Sinnen. Eine Baumumarmung wirkt beruhigend. Fotos: Magda Ehlers/Pexels, Eve Maier/Unsplash

07.05.2024 – Schutz und Erhalt unserer Wälder sind von entscheidender Bedeutung. Sie sind nicht nur ein idealer CO2-Speicher, sondern tragen auch zu unserem Wohlbefinden bei. Vor allem im hektischen Alltag suchen viele Menschen nach Wegen, um zur Ruhe zu kommen und ihre Gesundheit zu verbessern. Wie wäre es mit Waldbaden? Ursprünglich aus Japan stammend, erobert diese Form der Naturtherapie auch unsere Wälder. Sie basiert auf dem bewussten Erleben des Waldes mit allen Sinnen und hat nachweislich positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

 

Anders als man zuerst einmal vermuten würde, bedeutet „Waldbaden“ nicht, in Waldgewässern zu schwimmen. Vielmehr ist die bewusste Wahrnehmung der Natur gemeint: Eintauchen in die Natur, den Wald mit allen Sinnen erleben und dabei das eigene Wohlbefinden steigern – das ist das sogenannte „Shinrin-Yoku“, was aus dem Japanischen übersetzt „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“ bedeutet. Diese Form der Naturtherapie ist mehr als nur ein Spaziergang im Grünen. Man hört, riecht, sieht, fühlt und schmeckt den Wald.

Ein Waldbad kann man zum einen allein als Selfcare-Methode unternehmen, etwa um zur Ruhe zu kommen. In Schleswig-Holstein gibt es auch Möglichkeiten, ein Waldbad in einer Gruppe zu erleben, zum Beispiel als eine Art Teamevent vom Arbeitgeber oder für Familien.

Was ein Waldbad im Menschen bewirkt

Ein Waldbad stellt eine bewusste Verbindung zur Natur her, die dazu dient, unser Wohlbefinden zu fördern und unsere Gesundheit zu stärken. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die positiven Auswirkungen des Waldbadens auf unseren Körper und Geist. Die Atmosphäre des Waldes hat auch eine beruhigende Wirkung auf den Menschen und fördert die Aktivierung des Parasympathikus, unseres „Ruhe- und Regenerationsnervs“.

Darüber hinaus beeinflusst der Wald unseren Körper direkt durch die ätherischen Öle, die von den Bäumen ausgestoßen werden. Diese enthalten Terpene, Botenstoffe, die ursprünglich für die Tierwelt bestimmt sind, aber beim Einatmen auch positive Auswirkungen auf unser Nervensystem haben. Sie stärken unser Immunsystem, reduzieren Stress, verbessern die Verdauung und fördern die Produktion von Serotonin und Dopamin. Um das meiste aus einem Waldbad herauszuholen und das Naturerlebnis zu intensivieren, kann man verschiedene Aspekte beachten.

 

Das Rauschen der Blätter, das Plätschern von Gewässern, der Duft nach Kräutern, frischem Gras und feuchtem Waldboden – all das nimmt man bei einem Waldbad intensiver wahr. Fotos: Nici Gottstein/Pexels, Darina Belonogova/Unsplash

Atemübungen im Wald

Ein zentraler Aspekt des Waldbadens ist die bewusste Atmung. Durch tiefes und langsames Atmen können wir unseren Körper entspannen und unseren Geist beruhigen. Es wird empfohlen, das Waldbad mit einigen tiefen Atemzügen zu beginnen. Beim Einatmen strömt die frische Waldluft in die Lungen und versorgt den Körper mit Sauerstoff. Beim Ausatmen lassen wir los und geben alle Anspannungen frei. Für ein sicheres Gefühl kann man sich während dieser Übung an einen Baum lehnen oder ihn festhalten. Bewusstes Atmen hilft nicht nur dabei, sich zu entspannen, sondern ermöglicht auch eine intensivere Verbindung zur Natur. 

Keine anstrengenden Wanderungen

Beim Waldbaden geht es darum, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Bei einem anstrengenden Wandermarsch ist das nicht effektiv möglich. Im Gegenteil: Der körperliche Stresspegel könnte dadurch erhöht werden. Damit Körper und Geist optimal von der Natur profitieren können, sollte man mindestens vier Stunden für ein Waldbad einplanen. Möchte man zusätzlich das Immunsystem stärken, reicht ein Tagesausflug nicht aus. Dafür sollte man etwa zwei bis drei Tage im Wald verbringen. Wichtig ist, einen Ort zu finden, an dem man verweilt. Hier gilt es, sich Zeit zu nehmen und die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Ein Tipp: Das Waldbaden mit einem Wellnesswochenende verbinden. Das trägt zur zusätzlichen Stressbewältigung bei.

Waldmeditation für mehr Achtsamkeit

Waldmeditation ist eine effektive Methode, um sich tief mit der Natur zu verbinden und innere Ruhe zu finden. Sie nutzt die heilende Kraft des Waldes, um Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Zunächst gilt es, einen ruhigen Platz im Wald zu suchen, an dem man ungestört ist und sich wohlfühlt. Dann die Augen schließen und die Aufmerksamkeit auf die Geräusche, Gerüche und Empfindungen um sich herum richten. Dem Gesang der Vögel lauschen, dem Rauschen der Blätter oder dem Plätschern eines nahe gelegenen Baches. Die Waldmeditation hilft dabei, sich zu erden, Klarheit zu gewinnen und neue Energie zu tanken. 

Digital Detox im Wald

Mit der Digitalisierung, der ständigen Erreichbarkeit und Vernetzung ist die Shinrin-Yoku-Methode perfekt für ein Digital Detox. Auch wenn es wichtig ist, für eine Notfallsituation ein Smartphone parat zu haben, sollte man beim Waldbad selbst auf jegliche digitalen Geräte verzichten. Nur so gelingt es, sich intensiv auf die Natur um sich herum einzulassen und sie mit allen Sinnen zu spüren. 

Bäume umarmen macht glücklich

Es mag für manche vielleicht etwas ungewöhnlich klingen, aber das Umarmen von Bäumen kann tatsächlich zu unserem Wohlbefinden beitragen. Die Baumumarmung hat ihre Wurzeln in alten Traditionen und Kulturen, die die tiefe Verbindung zwischen Menschen und Natur betonen. Wenn wir einen Baum umarmen, können wir seine Energie spüren und uns geerdet fühlen. Es ist eine physische Verbindung, die uns daran erinnert, dass wir Teil der Natur sind. Zudem hat die Berührung mit dem Baum eine beruhigende Wirkung und kann helfen, Stress abzubauen.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das Umarmen von Bäumen das Hormon Oxytocin freisetzen kann, das oft als „Kuschelhormon“ bezeichnet wird. Es fördert Gefühle von Glück, Entspannung und Verbundenheit. 

Warum der Erhalt unserer Wälder wichtig ist

Ein Waldbad macht glücklich und gesund – und ist nur einer von vielen Gründen, warum es notwendig ist, Wälder und Bäume zu schützen. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Ökosystems und dienen als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Sie helfen beim Klimaschutz und liefern wertvolle Rohstoffe.

Als Unternehmen, das sich auf die Herstellung von umweltfreundlichem Papier spezialisiert hat, ist Steinbeis Papier sich der Bedeutung des Waldes bewusst. Unser Portfolio wird zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt und entsteht energieeffizient, emissionsarm und ressourcenschonend.


Titelbild: Cup of Couple/Pexels


Autor/-in

Nadia Riaz-Ahmed

Nadia Riaz-Ahmed ist Online-Redakteurin. Sie interessiert sich am meisten für alles, was mit Digitalisierung und neuen Technologien zu tun hat.

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