Unternehmen

Die nächste Generation

Junge Leute genießen besondere Priorität bei Steinbeis Papier. Eine eigens entwickelte Azubi-Broschüre informiert über das Ausbildungsangebot und die vielseitigen Berufsprofile. Fotos: Florian Thoss für Steinbeis Papier

06.12.2022 – Sie sollen die Zukunft von Steinbeis Papier gestalten – Azubis genießen besondere Priorität beim Recyclingpapierhersteller. Personalreferentin Ann-Kathrin Stoldt verfolgt hier intensive Strategien, um Fachkräfte nachhaltig für das Unternehmen zu sichern. Im Interview erklärt die 34-Jährige, die selbst ein duales Studium bei Steinbeis Papier durchlaufen hat, welche Voraussetzungen junge Menschen mitbringen müssen, was sie in der Ausbildung erwartet und wie Recruiting im digitalen Zeitalter aussehen kann.

 

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Personalreferentin aus?

Sehr unterschiedlich: An einem Tag führe ich Vorstellungsgespräche. An anderen Tagen kümmere ich mich um die verschiedensten Belange der Mitarbeitenden oder befasse mich mit den vielseitigen Ausbildungsthemen. Aktuell arbeite ich zusätzlich an einem strategischen HR-Projekt, die Holding und die ganze Steinbeis-Unternehmensgruppe betreffend. Letztlich habe ich viele Gestaltungsmöglichkeiten für meinen Arbeitstag und kann ihn je nach Priorität angehen.

Was sind die Herausforderungen einer Personalreferentin bei Steinbeis Papier?

Als Personalreferentin bin ich nicht nur für die Papierfabrik verantwortlich, mein Engagement reicht in alle Teile der Unternehmensgruppe. Von Steinbeis Energie über EBS Concept, B+S Papenburg oder Steinbeis PolyVert Fulda – ich muss den Überblick über alle zu betreuenden Unternehmen und deren unterschiedliche Anliegen behalten. Hier am Standort Glückstadt in der Papierfabrik spielt der demografische Wandel eine gravierende Rolle. In den nächsten zehn Jahren wird die Hälfte der Belegschaft an den Papiermaschinen in Rente gehen. Die Herausforderungen mit dem Fachkräftemangel sind so auch bei uns angekommen.

Neben Schulblöcken, in denen die theoretische Basis gelegt wird, sollen die Azubis vor allem im praxisnahen Umfeld des Werkes in Glückstadt den realen Arbeitsalltag kennenlernen. Fotos: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Welche Strategie fährt Steinbeis Papier gegen den Fachkräftemangel?

Zum einen verfolgen wir eine vorausschauende Nachfolgeplanung. Hier bringen wir renommierte Fachkräfte mit Nachwuchskräften zusammen, um den Wissensverlust im Generationenwechsel so gering wie möglich zu halten. Weiter haben wir die Anzahl der Ausbildungsplätze nahezu verdoppelt, um dem demografischen Wandel etwas entgegenzusetzen. Und letztlich soll die Rekrutierung von Quereinsteigern den Fachkräftemangel entscheidend eindämmen.

Wie werben Sie um junge Menschen, die eine Ausbildung suchen?

Unterschiedliche Maßnahmen prägen unser Ausbildungsmarketing. Wir besuchen Jobmessen, wo unsere Auszubildenden – entsprechend geschult – mit Interessierten ins Gespräch kommen und von ihren Erfahrungen bei Steinbeis Papier berichten können. Schulkooperationen hier in Glückstadt mit dem Detlefsengymnasium, aber auch mit der Elbschule sind wichtige Anlaufpunkte. Dort stellen unsere Azubis dann ihre Berufsbilder vor. Aber auch in den Umkreisen bieten wir Bewerbungstrainings an. Egal ob Wirtschaftspraktika oder Praktika in anderen Bereichen, jenseits von Corona lernen mehr als 100 junge Menschen pro Jahr unterschiedliche Bereiche unseres Unternehmens kennen. Weiter gewähren wir mit Inhouse-Messen und dem Girls' Day einen Einblick in unser Unternehmen. Hier denken wir perspektivisch, wenn sich junge Menschen im Zuge ihrer Berufsorientierung an ihre positiven Erlebnisse bei uns erinnern.

Azubis von Steinbeis Papier sind auf Instagram und Facebook für das Unternehmen aktiv – was steckt hinter dem Konzept?

Wir haben uns bewusst für dieses Azubi-Projekt entschieden. Einerseits wollen wir unsere Ausbildungsangebote genau dort platzieren, wo sich auch die junge Zielgruppe aufhält, und sie dort auch bekannt machen. Wir zeigen auf Instagram und Facebook, was Steinbeis Papier zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bieten hat. Unsere Azubis sind auch dort unterwegs, wissen, wie dort agiert wird und wie man Digital Natives visuell und auch textlich anspricht. Einmal in der Woche habe ich einen Jour fixe mit dem Social-Media-Team, in dem wir die Themen und Ideen besprechen. Nach meiner Freigabe gehen dann unsere Inhalte auch online.

Die Anforderungen an Azubis steigen auch mit der Automatisierung im Werk: An der Papiermaschine fallen vor allem Kontroll- und Überwachungsaufgaben am Monitor an. Fotos: Florian Thoss für Steinbeis Papier

In welchen Ausbildungsberufen kann man bei Steinbeis Papier einsteigen?

Wir bilden vielfältig aus: Industriekaufleute, Industriemechaniker/in, Elektroniker/in für Betriebstechnik, Mechatroniker/in, Papiertechnologen, Maschinen- und Anlagenführer/in, Fachlageristen und das duale Studium in Kooperation mit der Nordakademie in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen. Je nach Bedarf kommen da auch andere Spezialfachkräfte hinzu.

Wer kann sich alles bei Steinbeis Papier bewerben?

Jede und jeder mit einem Schulabschluss soll bei uns eine Chance bekommen. Beim dualen Studium ist die Hochschulreife Voraussetzung. Die Jobprofile haben sich natürlich auch geändert. Durch die Automatisierung bei Steinbeis Papier haben wir viel mehr Steuerungs- und Überwachungstätigkeiten, in denen wir qualifizieren. Und dann schauen wir je nach Anforderungsprofil, wer sich für welchen Ausbildungsgang eignet.

Wie gestaltet sich die Ausbildungszeit bei Steinbeis Papier?

Je nach Ausbildungsberuf dauern die Ausbildungen zwei, drei oder auch dreieinhalb Jahre. Alle Neuankömmlinge, egal ob für eine Ausbildung oder ein duales Studium, starten zum 1. August und durchlaufen zunächst zwei Einführungswochen. Dabei bekommen sie tiefe Einblicke in das Werk und werden mit unterschiedlichen Gremien wie beispielsweise der Werksfeuerwehr vertraut gemacht. Es finden Teambuilding-Maßnahmen wie das alljährliche Azubi-Grillen in lockerer Atmosphäre statt, damit sich die Azubis besser kennenlernen. Je nach Ausbildungsplan des jeweiligen Fachbereichs gibt es anschließend eine individuelle Agenda, was die theoretische Ausbildung in Schulblöcken und die Praxis bei Steinbeis Papier angeht.

Wie wichtig ist der Aspekt der Nachhaltigkeit in der Ausbildung?

Von Tag eins an bekommt das Thema eine besondere Priorität. Schon in den Einführungswochen wird den Azubis das Konzept von Nachhaltigkeit und der für Steinbeis Papier so wichtigen Kreislaufwirtschaft nähergebracht. Nachhaltigkeit verstehen wir im Sinne des Personalmanagements jenseits von Umweltaspekten so, dass wir unsere eigenen Fachkräfte entwickeln wollen, die wir dann entsprechend auch langfristig an uns und das Unternehmen binden.

Wie hoch ist die Übernahmequote?

Mehr als 90 Prozent unserer Azubis bleiben nach der Ausbildung Steinbeis erhalten. Wir bilden sehr bedarfsorientiert aus, und alle, die bei uns einsteigen, werden langfristig gebraucht. Im gewerblichen Bereich bieten wir im Einzelfall besonderen Talenten Stipendien an. Sie können sich Vollzeit auf ihr Studium konzentrieren, bei uns natürlich weiter Praxiserfahrungen sammeln und im Unternehmen ihre Abschlussarbeiten anfertigen. So konnten wir schon zwei Betriebsingenieure wieder für uns gewinnen. Unsere dualen Studierenden bringen wir im Anschluss in der gesamten Holding unter. Sie bilden unseren zukünftigen Pool an Fach- und Führungskräften. Genau dieses Talentmanagement – die richtigen Leute in die geeigneten Positionen zu bringen – ist derzeit mein ambitioniertestes Projekt.

Was macht das Arbeiten bei Steinbeis Papier aus Ihrer Sicht so attraktiv?

Für mich ist das Produkt ein sehr ausschlaggebender Faktor. Es ist besonders nachhaltig, und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mit gutem Gewissen sagen, dass sie bei Steinbeis arbeiten. Zudem hat sich das Unternehmen sehr zukunftssicher aufgestellt. Stetig wird in neue Anlagen und neue Produkte investiert. So wird der Mannschaft von der Steinbeis Familie immer wieder signalisiert, dass sie sich zu dem Standort Glückstadt bekennt. Und letzten Endes sind es die Kolleginnen und Kollegen, die das Arbeiten hier noch wertvoller machen.

Mehr zu Karriere bei Steinbeis Papier finden Sie hier.

 


 

Titelbild: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Autor/-in

Benjamin Seibring

Benjamin Seibring ist Redakteur für die Bereiche Lifestyle und Mobilität. Er interessiert sich zudem für Kulturthemen mit den Schwerpunkten Musik, Film und Medienanalyse.

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