Innovation & Technologie

Ausgezeichnetes Design für die Kreislaufwirtschaft: Steinbeis Papier gewinnt den Bundespreis Ecodesign 2025

Der geschlossene Kreislauf: Die Grafik veranschaulicht, wie durch die neue Aufbereitungstechnik aus schwer recycelbaren Sondersorten wie gebrauchten Etiketten wieder ein wertvoller Rohstoff für neue Etikettenpapiere wird. Schaubild: Steinbeis Papier

Großer Erfolg für Steinbeis Papier: Das Projekt „Recycling-Etiketten im Closed Loop“ hat den Bundespreis Ecodesign 2025 in der Kategorie „Produkt“ gewonnen. Dies ist eine große Ehre, denn der Preis wird von den höchsten Instanzen für Umwelt und Design in Deutschland – dem Bundesumweltministerium (BMUV), dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ) – vergeben. Aus rund 150 zur Jurysitzung zugelassenen Projekten wurde die Einreichung von der interdisziplinären Jury ausgewählt. Für das Unternehmen ist dieser renommierte Preis eine wunderbare Bestätigung des Weges, Nachhaltigkeit und Innovation konsequent zu Ende zu denken.

Worum geht es bei den „Recycling-Etiketten im Closed Loop“?

Nass- und laugenfeste Etiketten, wie sie auf Getränkeflaschen oder Lebensmittelgläsern zu finden sind, stellten das Papierrecycling bisher vor eine unlösbare Aufgabe. Aufgrund ihrer speziellen Beschaffenheit, die sie widerstandsfähig gegen Wasser und Lauge macht, konnten sie in herkömmlichen Prozessen nicht aufgelöst werden. Ihr Lebenszyklus endete daher meist in der thermischen Verwertung – sie wurden verbrannt. Genau hier setzt das ausgezeichnete Projekt von Steinbeis Papier an und präsentiert eine doppelte Innovation: Parallel zur Entwicklung eines neuen nass- und laugenfesten Etikettenpapiers aus 100 % Altpapier (Steinbeis Label Wet) wurde eine völlig neue Aufbereitungstechnik realisiert. Dieser innovative Auflösestrang ermöglicht es erstmals im industriellen Maßstab, gebrauchte nassfeste Etiketten und andere schwer auflösbare Papiersorten (wie To-go-Becher oder Banknoten) wieder stofflich für grafische Papiere zu verwerten. Statt sie zu verbrennen, werden sie zu einem wertvollen Rohstoff für neue Recycling-Etiketten. So wird ein echter geschlossener Kreislauf (Closed Loop) geschaffen, der Ressourcen schont und Abfall vermeidet.

Der ökologische Mehrwert dieser Innovation ist enorm. Laut Berechnungen des renommierten ifeu Instituts (Heidelberg) werden durch den Einsatz von Steinbeis Recyclingpapier im Vergleich zu Frischfaserpapier beeindruckende Mengen an Ressourcen eingespart: 100 % Holz, 79 % Wasser und 73 % Energie. Der geschlossene Kreislauf ist damit nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch ein wirkungsvoller Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.
 

Vom Druckbogen zum Endprodukt: Das Etikettenpapier „Steinbeis Label Wet“ aus 100 % Recyclingfasern überzeugt sowohl in der Verarbeitung als auch im finalen Einsatz auf der Flasche. Fotos: Steinbeis Papier

Mehr als nur ein Produkt: Ein Bekenntnis zum Ökodesign

Die Auszeichnung ist für Steinbeis Papier mehr als nur die Anerkennung für ein einzelnes Produkt. Sie ist eine Bestätigung der Unternehmensphilosophie, die das Unternehmen seit Jahrzehnten lebt. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Ökodesign, der dem Preis seinen Namen gibt?
Ökodesign ist ein systematischer und umfassender Gestaltungsansatz. Er betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Produkts – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung und Nutzung bis hin zur Entsorgung und Wiederverwertung. Dabei werden nicht nur ökologische, sondern auch technische, ökonomische und soziale Aspekte von Anfang an mitgedacht. Es geht darum, vorausschauend zu handeln und negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren, bevor sie überhaupt entstehen.

Im Rampenlicht der Nachhaltigkeit: Die Preisverleihung des Bundespreises Ecodesign im Bundesumweltministerium in Berlin. Veronika Warmers (Marketingleitung), Andreas Steenbock (Nachhaltigkeitsmanagement) und Marc Gebauer (Geschäftsführer) nehmen stolz den Bundespreis Ecodesign 2025 im Namen des gesamten Steinbeis-Teams entgegen. Fotos: Sandra Kühnapfel / IDZ

Mit seinen Recyclingpapieren aus 100 % Altpapier folgt Steinbeis Papier diesem Prinzip seit jeher. Das Projekt der Recycling-Etiketten im Closed Loop ist der nächste logische Schritt: Es liefert nicht nur ein nachhaltigeres Produkt, sondern schließt den Kreislauf, indem es eine Technologie bereitstellt, die es ermöglicht, aus alten, bisher nicht recycelbaren Etiketten wieder den Rohstoff für neue zu gewinnen. Genau das ist der Kern einer echten „Closed Loop“-Lösung.

 

Preisverleihung in Berlin: Eine Ehrung für zukunftsweisende Ideen

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung wurde Steinbeis Papier am 1. Dezember 2025 im Bundesumweltministerium in Berlin als Gewinner geehrt. Die Auszeichnung unterstreicht, dass der Weg der Kreislaufwirtschaft der richtige ist und dass nachhaltige Innovationen gesehen und gewürdigt werden.

 


Titelbild: Steinbeis Papier


Autor/-in

Jan Strahl

Jan Strahl hat seit seinem Redaktionsvolontariat in Hamburg für nahezu alle großen und kleinen Verlage der Stadt als Journalist, Redakteur oder Autor gearbeitet. Er schreibt für Publikumsmedien und Corporate Publishing Publikationen über Kunst, Fashion, Lifestyle oder Wissensthemen.

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