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Die One-Woman-Show

08.03.2022 - Viele Unternehmen stellen nicht mehr nur Produkte her, sondern fungieren auch immer stärker als Botschafter mit eigenen Medien. Steinbeis Papier wird unweigerlich mit der Philosophie der Nachhaltigkeit verbunden. Und die kommuniziert der Recyclingpapierhersteller mit Leidenschaft und Nachdruck auf unterschiedlichsten Kanälen. Marketingleiterin Veronika Warmers gibt uns Einblicke in ihren Arbeitsalltag und schildert, wie sie gemeinsam mit der Geschäftsführung in kürzester Zeit eine kleine digitale Revolution beim Traditionsunternehmen Steinbeis Papier anstoßen konnte.   

Veronika Warmers schätzt die Vielfalt in ihrer Arbeit: Vom Fotoshooting auf dem Werksgelände bis hin zu Besprechungen von komplexen Kommunikationskampagnen wie „ReThinkingPaper“ in Videokonferenzen – kein Tag gleicht dem anderen. Fotos: loved GmbH, Florian Thoss für Steinbeis Papier

Wie sieht ein Arbeitstag von Ihnen aus?

Der frühe Vogel… Zwischen sieben und acht Uhr starte ich, checke erst mal meine Mails, schaue mir den aktuellen Stand im Onlineshop an und widme mich den neuesten Entwicklungen auf unseren Social-Media-Kanälen – also: Was diskutiert die Community? Es folgen dann Meetings mit dem Salesbereich und den verschiedenen Projektgruppen, derzeit jene zu unserem neuen Produktsegment, den Etikettenpapieren. Und dann arbeite ich an all den Projekten, die im Marketing gerade anstehen. Von inhaltlichen Abstimmungen zu Blogbeiträgen bis hin zum Fotoshooting im Werk gestaltet sich mein Arbeitstag dann äußerst abwechslungsreich und auch jedes Mal anders.

Marketingleitung und E-Business – was bedeutet diese Position bei Steinbeis Papier?

Auf den Titel lege ich keinen Wert. Und ja, es ist schon eine leitende Position, die ich im mittleren Management einnehme. Doch letztendlich führe ich das Marketing als One-Woman-Show und verantworte in einer Person das Marketing für Steinbeis Papier und immer öfter auch für die Steinbeis Gruppe. Ausgehend von Steinbeis Papier konnten wir beispielsweise über die Gruppe hinweg ein einheitliches Corporate Design etablieren.

Veronika Warmers inspiriert auch andere Akteur:innen im Unternehmen zu digitalen Maßnahmen: Über Instagram nehmen Azubis von Steinbeis Papier mit der jungen Zielgruppe Kontakt auf. Hier geht es vor allem um Ausbildungsoptionen und Karrierechancen beim Recyclingpapierhersteller. Fotos: Anthony Boyd [M], Florian Thoss für Steinbeis Papier

Was fällt in Ihren Aufgabenbereich?

Alles, was die unternehmerische Außenwirkung betrifft, kommt auf meinen Tisch: Das Marketing umfasst alle medialen Formen – vom Sales-Folder über die Steinbeis gebrandete Gummibärchentüte, aber auch Pressebereich und Anzeigen bis hin zu unseren Messeauftritten. Wichtig ist auch unser lokales Sponsoring. Als größter Arbeitgeber in Glückstadt unterstützen wir entsprechend die Schulen und Sportvereine in der Region. Als eine der wichtigsten Säulen hat sich das Onlinemarketing entwickelt. Dazu zählen die Websites aller Unternehmen der Steinbeis Gruppe, Newsletter und natürlich unser Blog. Das Ganze wird durch unsere Social-Media-Aktivitäten und das Community-Management in den verschiedenen Kanälen komplettiert.

Wie hoch ist der kreative und wie hoch der bürokratische Anteil in Ihrem Job?

Natürlich zählt auch ein bürokratischer Part zu meiner Arbeit, damit die spannenden Projekte realisiert werden können. Da ist die Budgetplanung, die jedes Jahr im Herbst ansteht. Dann entscheidet sich, wo wir thematische Schwerpunkte setzen und wie viel wir dafür ausgeben wollen. Ich plane hier sehr im Detail, weil ich so gut strukturiert, mit einem klaren Fokus und hoher Transparenz die kreativen Projekte angehen und umsetzen kann.

Was sind Ihre wichtigsten Erfahrungen der letzten Jahre im Marketing?

2015 bin ich mit dem Marketing hier gestartet, und unser Geschäftsführer Ulrich Feuersinger – damals auch ganz frisch in dieser Position – hat mir die Aufgabe quasi in den Schoß gelegt. Und seither haben wir sehr viel ausprobiert: Bereits das zweite Mal wurde das Verpackungsdesign umgestellt und zuletzt sogar das Unternehmenslogo auf den neuesten Stand gebracht. Blog, Social Media und Onlineshop – all das wurde in den letzten Jahren ins Leben gerufen und ist heute in der Unternehmenskommunikation von Steinbeis Papier nicht mehr wegzudenken. Um diese Veränderungen herbeizuführen, muss man natürlich viel Arbeit und Zeit investieren, aber es macht einfach auch unheimlich viel Spaß.

ReThinkingPaper ist ein Meilenstein in der Kommunikation von Steinbeis Papier. Mit den Produkten wird auch die inspirierende Botschaft zum Umdenken für mehr Nachhaltigkeit transportiert. Foto: Christian Hagemann für Steinbeis Papier

Welche Herausforderungen sehen Sie in der nahen Zukunft für Steinbeis Papier?

Mit unseren Produkten verbinden viele Menschen eine gewisse Notwendigkeit – mit dem Papier, das im Drucker liegt, möchte sich niemand so richtig beschäftigen. Aber wenn es mal nicht da ist, bricht schon so eine kleine Welt zusammen. Ergo: Ein papierloses Büro gibt es nicht. Es ist dann schon eine Herausforderung, ein solches hoch funktionales Massenprodukt sexy in Szene zu setzen. Aber das Thema Nachhaltigkeit, das wir bereits seit mehr als 40 Jahren hier verfolgen, hilft uns gerade jetzt, sodass wir auf der Trendwelle glaubhaft und sehr weit vorn mitschwimmen können. Nichtsdestotrotz müssen wir unsere Themen selbst antreiben – Recyclingpapier wird immer erklärungsbedürftig sein, und deshalb ist auch Aufklärungsarbeit unerlässlich. Im Zentrum stehen der Markenaufbau und die Markenbekanntheit. Steinbeis Papier soll als Marke so etabliert werden, dass sie unmittelbar beim Verbraucher mit dem Begriff und der Bedeutung von Recyclingpapier verbunden wird.

Wirkungsstätte von Marketingleiterin Veronika Warmers: Das Büro am Standort Glückstadt erreicht sie mit dem Fahrrad in kürzester Zeit. Foto: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Schildern Sie kurz Ihren Werdegang bei Steinbeis Papier.

Ich bin direkt nach dem Abitur hier eingestiegen und habe eine Ausbildung als Industriekauffrau, Wirtschaftsassistentin und Betriebswirtin B.A. über die Wirtschaftsakademie gemacht. Es folgte dann ein berufsbegleitendes BWL-Studium mit Diplomabschluss. Nach vier Jahren Verkaufsleitung habe ich mir dann 1999 erst mal eine Pause von der Papierbranche gegönnt. Danach konnte ich zehn Jahre bei verschiedenen Arbeitgebern viel Erfahrung im Bereich Verkauf und Marketing sammeln, bin viel herumgekommen und auch die Karriereleiter nach oben gestiegen. Als Mutter ging das dann nicht mehr, sodass ich mich auf meine Wurzeln besonnen habe und es mich wieder zu Steinbeis Papier zurückgezogen hat. Es war ein Gefühl von Nach-Hause-Kommen. Nach mehreren Zwischenschritten bin ich dann – wie gesagt – 2015 im Marketing gelandet.

Was macht das Unternehmen so besonders für Sie?

Mich überzeugen die Unternehmensphilosophie und die Produkte – Steinbeis Papier macht da ganz viel richtig. Und ich möchte immer für ein Unternehmen arbeiten, hinter dessen Produkten ich stehe. Wer zündeln will, muss auch brennen für ein Produkt. Und genau das kann ich für mich in Bezug auf Steinbeis Papier behaupten. Ich schätze die familiäre Atmosphäre und letztendlich auch die räumliche Nähe – ich kann im Sommer einfach mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, wobei der Weg zu Fuß auch zu bewältigen wäre.

Was würden Sie Neuankömmlingen mit auf den Weg geben?

Steinbeis Papier bietet jungen Menschen eine hervorragende Ausbildung. Und ganz unabhängig von Steinbeis Papier würde ich immer sagen – sucht euch nicht nur einen Beruf, sondern etwas, das zu eurer Berufung wird. Man verbringt einen Großteil seines Lebens bei der Arbeit und mit den Kolleg:innen. Dann muss sie auch Spaß machen.

Titelbild: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Autor/-in

Benjamin Seibring

Benjamin Seibring ist Redakteur für die Bereiche Lifestyle und Mobilität. Er interessiert sich zudem für Kulturthemen mit den Schwerpunkten Musik, Film und Medienanalyse.

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