Unternehmen

Alles andere als nachhaltige Luftschlösser

Der Einkauf bietet einen 24/7-Service mit Ersatzteilen für sämtliche Gewerke bis hin zum Bürobedarf im Verwaltungsbereich. Nur so kann ein reibungsloser Betrieb gewährleistet werden. Fotos: Florian Thoss für Steinbeis Papier

26.04.2022 - Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und eine deutliche Kostenführerschaft – das sind die Unternehmensziele bei Steinbeis Papier. Und der Einkauf steht in der Verantwortung, vor allem letzteres Ziel unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit zu erreichen. Torben Link leitet seit sieben Jahren das fünfköpfige Team. Im Gespräch liefert der 42-Jährige Einblicke in die Beschaffung bei Steinbeis Papier und verrät, dass die Arbeit primär von lösungsorientierten Strategien geprägt ist.

Wie gestaltet sich die Beschaffung?

Ein fünfköpfiges Team kümmert sich um die Beschaffung für vier Unternehmungen: Steinbeis Papier, Steinbeis Energie, EBS Concept und B+S Papenburg Energie. Wir sind hier als Generalistenteam unterwegs. Wir haben keine Auftrennung in einen operativen und einen strategischen Einkauf, sondern fokussieren uns auf bestimmte Verantwortungsbereiche. Damit probieren wir maßgeschneidert sowohl den täglichen operativen Teil zu managen als auch Projekte durchzuführen. Das heißt, wir behalten zwar den operativen Bereich im Auge, widmen uns jedoch in erster Linie der Umsetzung von Projekten und der Entwicklung neuer Strategien, um letztlich ein kosteneffizientes und nachhaltiges Lieferantenmanagement zu betreiben.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Hier sind vor allem Eigenverantwortung und Kreativität von allen Teammitgliedern gefragt. Jeder wird dazu ermutigt und befähigt, eigene Ideen und Prozessoptimierungen vorzustellen, und darf Verbesserungsprozesse implementieren. Ein besonderer Verantwortungsbereich kommt dem Einkauf bei der Versorgungssicherheit zu. Es geht um Optimierung von Liefermengen, Lieferplänen und der Bevorratung. Der Einkauf bietet einen ganzheitlichen 24/7-Service für die verschiedenen Unternehmungen. Im Hintergrund schaut das Team, wer dafür die richtigen Partner:innen sind, welche Regeln gelten und wie dann der Wettbewerb sichergestellt werden kann.

Wie managt ein Team von fünf Personen einen 100-Millionen-Euro-Etat?

Insgesamt sind wir für das Volumen und die Verantwortung sehr schlank aufgestellt. Das ist ein Kennzeichen von Steinbeis Papier. Aufgrund eines hohen Kostendrucks und der Versorgungssicherheit müssen wir schauen, wie wir mit digitalen Lösungen und smarten Ideen als leistungsfähige Einheit agieren und zu nennenswerten Erfolgen kommen.

Digitalisierung findet bei Steinbeis Papier auf vielen Ebenen statt. Auch der Einkauf setzt hier Prioritäten und spricht mit digitalen Ausschreibungen zukunftsorientierte Lieferanten an. Fotos: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Was bedeutet „nachhaltige Beschaffung“ bei Steinbeis Papier?

Der Einkauf steht bei Steinbeis Papier in der Verantwortung, die gesetzten Unternehmensziele zu erreichen. Nachhaltigkeit ist eines davon, aber eben auch die Kostenführerschaft. Für unser Team bedeutet das, dass wir nicht nur nachhaltige Luftschlösser aufbauen können, sondern auch immer die Kosten im Auge behalten müssen. Letztlich müssen wir schauen, was das Ziel ist und wie wir das in einen nachhaltigen Einkauf bekommen. Und das ist dann wiederum die Herausforderung, Soziales, Ökonomie und Ökologie zu vereinen.

Wie sieht das konkret aus?

Das Team hinterfragt ständig, was tatsächlich benötigt wird. Wir schauen, ob täglich kleine Mengenlieferungen auch zu größeren mittelfristigen Lieferungen zusammengeführt werden können. Wie sieht es mit der Bevorratung aus? Es gibt aber im Einkauf nicht die goldene Regel – für jede Warengruppe müssen wir individuell entscheiden. Grundsätzlich beachten wir bei all unseren Tätigkeiten die Einhaltung der Kreisläufe bei Steinbeis Papier und der genannten Grundsätzen von Nachhaltigkeit und Kostenführerschaft.

Neben der Kostenführerschaft spielen auch Nachhaltigkeitsaspekte eine wichtige Rolle für den Einkauf bei Steinbeis Papier. Prioritär geht dieser Kooperationen mit regionalen Lieferanten ein. Foto: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Lieferanten?

Wir beim Einkauf setzen auf langfristige Partnerschaften. Eine ehrliche und transparente Kommunikation ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit. Gerade in herausfordernden Zeiten – wie beispielsweise der Pandemie – führt der Einkauf bei Steinbeis intensive Gespräche mit Lieferanten, um zielführende Lösungen zu erarbeiten. Wichtig ist, dass sie den Wert ihrer Produkte und Dienstleistungen kennen, die Qualität dieser hochhalten und letztendlich mit Zuverlässigkeit und Innovationsgeist überzeugen. Das geschieht jedoch nicht von heute auf morgen. Lieferanten werden vom Einkauf langfristig aufgebaut, stark gemacht, digital angebunden und in die Lage versetzt, Performance im Sinne einer nachhaltigen Beschaffung abzuliefern.

Welche Rolle spielt die bei Steinbeis Papier viel beschworene Regionalität?

Regionalität ist ebenso ein wichtiger Faktor in der strategischen Ausrichtung des Einkaufs. Lieferant:innen aus der Umgebung stellen sich dann wie alle anderen bestimmten Anforderungen: Das reicht von der Digitalisierung des Angebotskatalogs bis hin zu kosteneffizienten Lieferoptionen.

Wie hat sich der digitale Wandel in Ihrer Arbeit vollzogen?

Grundsätzlich versuchen wir sämtliche manuellen und administrativen Tätigkeiten auf das Minimum zu reduzieren. Wir verstehen uns als moderne Solutionmanager:innen, die durch Partnerschaften, gutes Lieferantenmanagement und Kommunikation Lösungen für die an uns herangetragenen Problemstellungen schaffen. Und Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn wir digitale Ausschreibungen machen, sprechen wir jene Lieferant:innen an, die mit uns einen smarten neuen Weg gehen wollen. Hier setzt sich auch unser Leitgedanke fort: Transparenz, Klarheit und Digitalisierung.

Titelbild: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Autor:in

Benjamin Seibring

Benjamin Seibring ist Redakteur für die Bereiche Lifestyle und Mobilität. Er interessiert sich zudem für Kulturthemen mit den Schwerpunkten Musik, Film und Medienanalyse.

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