Zukunft der Mobilität: Immer in Bewegung bleiben

Ökologisch nachhaltige Lebensweisen sind das Gebot der Stunde und der Zukunft. Das reicht von ressourcenschützender Produktion – wie bei Steinbeis Papier – bis zu umweltschonender Mobilität. Steinbeis schaut auf das Trendthema und unternimmt einen Erklärungsversuch, wie wir uns in Zukunft fortbewegen könnten.

Blechlawinen schieben sich über Straßen, Parkplätze sind zur Mangelware geworden, und die Feinstaubbelastung nimmt immer neue Ausmaße an – gerade der Verkehr in Städten wird mittlerweile zur organisatorischen, aber auch ökologischen Herausforderung. Neben der Flexibilisierung der Mobilität gilt es, vor allem mit ganzheitlichen Verkehrsinfrastrukturen saubere, lebenswerte und klimafreundliche Umgebungen zu schaffen. Die Verkehrswende ist bereits in vollem Gange: Neue Mobilitätslösungen werden konzipiert und umgesetzt, innovative nachhaltige Antriebe erprobt und auch schon massentauglich angeboten.

Ridepooling: Sammeltaxis im Trend

Appbasierte Ridepooling-Angebote nehmen immer stärker zu. Das Sammeltaxi spielt dabei eine zentrale Rolle. Schon jetzt sind in Europa, Asien und den USA Tausende Spezialfahrzeuge für Mitfahrdienste im Einsatz. In den meisten Fällen werden sie mit einem Elektromotor angetrieben und von einem Fahrer gesteuert. Ab 2025 sollen mehrere Millionen von ihnen das Stadtverkehrsbild prägen. Um hier eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen, muss man lediglich die Adresse seines Standorts in eine entsprechende App eingeben, und wenige Minuten später hält ein Van am Straßenrand. Komfortable Sitze, USB-Lademöglichkeiten und Gratis-WLAN erwarten den Passagier im Inneren. Der Fahrer steuert andere virtuelle Haltepunkte an, um weitere Personen einzusammeln. Ein Algorithmus gibt eine ideale Route vor, um Passagiere mit ähnlichem Ziel zu transportieren.

Ridehailing: Private Mitfahrten gegen Entgelt

Früher hat man das Taxi herbeigewinkt. In Zeiten der Digitalisierung hat sich sogenanntes Ridehailing fundamental verändert. Heute ist Ridehailing ein weitaus innovativerer Ansatz der Personenbeförderung. Ein Plattformanbieter stellt die virtuelle Infrastruktur. Und so kann via App das Taxi auch virtuell herbeigewinkt werden. Private Personen bieten hier mit ihrem privaten Pkw ihre Fahrdienstleistungen an. Hierzulande wird ein kritischer Diskurs zu dieser Serviceleistung hinsichtlich Sicherheit, Lizenzierung und möglicher Wettbewerbsverzerrung geführt.

Ridesharing – Fahrgemeinschaft in digitalen Zeiten

Weiter werden Apps erprobt, die zu Fahrgemeinschaften aufrufen. So können sich beispielsweise Eltern, Großeltern und andere vertrauenswürdige Personen über diese Plattformen zu eigenen Netzwerken organisieren. Mit nur einem Tipper lassen sich mannigfaltige Mitfahrgelegenheiten für den Weg zur Schule, zum Einkaufen und zu anderen Aktivitäten suchen und anbieten.

Carsharing und die „letzte Meile“

Das Auto als Statussymbol hat ausgedient. Teilen ist der große Nachhaltigkeitstrend. In den Ballungsräumen haben sich verschiedene Sharing-Optionen bereits etabliert. Auch hier hilft eine App, entsprechende Fahrzeuge in der Nähe zu orten und dann mit einem virtuellen Schlüssel zu öffnen. Verschiedene Anbieter dieser Fahrzeuge schließen sich immer öfter zu Netzwerken zusammen, um den Zugang für den Endverbraucher einfacher zu machen. Experten sind sich einig, dass noch großes Wachstumspotenzial darin steckt. In Zukunft werden auch der öffentliche Nahverkehr und die verschiedenen Sharing-Optionen noch weiter verzahnt. Und für die letzte Meile zum Zielort stehen schon jetzt Fahrräder und E-Roller bereit.

Rund 40 Prozent aller Auto­fahrten sind heute rund drei Kilo­meter lang, rechnen Scooter-Sharing-Anbieter wie Bird vor. Würden diese Wege künftig größten­teils mit den Elektro-Tret­rollern zurück­gelegt, könnte das den Verkehr und die Umwelt erheblich entlasten.
Foto: Daniel von Appen/Unsplash
In Zukunft ohne Lenkrad

Den großen Durchbruch erhoffen sich Experten aber vom autonomen Fahren. Dann sollen Fahrzeuge noch effizienter eingesetzt und der Verkehr noch sicherer gemacht werden. Fünf Level beschreiben die Entwicklung zum autonomen Fahren. So bieten Fahrassistenzsysteme schon jetzt die Möglichkeit von gewisser Autonomie des Fahrzeugs. Radar- und Ultraschallsensorik sowie Kameras am Auto verschaffen sich einen umfänglichen Überblick über die jeweilige Verkehrssituation. In den ersten drei Levels übernimmt das Fahrzeug schon Teilaufgaben, doch der Fahrer behält die primäre Kontrolle und Verantwortung. Ab Level 4 sieht das schon anders aus. In geschlossenen Systemen wie einer Autobahn oder abgesteckten Bereichen in einer Metropole bewegen sich Fahrzeuge gänzlich autonom. Der Fahrer kann sich anderen Aufgaben widmen und die Reisezeit effektiv nutzen.

Level 5 beschreibt eine Zukunftsvision des Autos, das ohne Lenkrad konzipiert ist. Das Cockpit im klassischen Sinne hat ausgedient, und der Fahrzeuginnenraum wird neu definiert. Er dient dann der Freizeitgestaltung oder verschiedenen Businesslösungen mit digitalen Features. Durch die Umfelderfassung, ständige Vernetzung und eine intelligente Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation kann jedes Ziel ohne Fahrer angesteuert werden.

Alles auf Elektro

Diesen smarten Fahrzeugen liegen auch neue Antriebstechnologien zugrunde. Die großen Autobauer setzen derzeit in erster Linie auf Elektromobilität. Und die Entwicklung schreitet stetig voran – immer größere Reichweiten erzielen die Fahrzeuginnovationen. Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur ist das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ziel in den nächsten Jahren. Hinzu kommt, dass der geladene Strom primär aus regenerativen Energiequellen stammen soll. Weiter wird auch das Fahrzeug an sich als Speicher eine entscheidende Rolle spielen, sodass je nach Bedarf auch Energie an das System abgegeben werden kann.

Das Auto mal schnell laden, aber wo ist die nächste Station? Eine interaktive Karte der Bundesnetzagentur zeigt alle Ladestationen für Elektroautos. Außerdem haben mittlerweile auch zahlreiche Supermärkte Ladesäulen auf ihren Parkplätzen installiert.
Foto: Gustavo Fring/Pexels
Die bessere Alternative

Derzeit sieht jedoch die Ökobilanz für den Elektroantrieb nur bedingt ökologisch vielversprechend aus. Rohstoffe wie Kobalt, Nickel und Lithium werden in großen Mengen für die Akkuherstellung in der Massenproduktion benötigt. Hier sehen Experten die Brennstoffzelle als weiteren Lösungsansatz: Durch die Umwandlung von Wasserstoff in elektrische Energie könnten Elektromotoren wesentlich grüner betrieben werden. Leider ist die Wasserstoffherstellung ein sehr energieintensives Unterfangen. Doch auch hier schreitet die Entwicklung zügig voran.

Die Klimaziele sind definiert. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind gleichermaßen gefordert, diese mit nachhaltigen Konzepten zu erfüllen. Und auch die Verkehrsinfrastruktur wird wie beschrieben ihren Beitrag leisten: Die Kombination aus innovativen wie smarten Transportlösungen, digitaler Vernetzung und umweltfreundlichen Antrieben wird unsere Mobilität der Zukunft bestimmen. 

Titelbild: Aleksejs Bergmanis/Pexels

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Benjamin Seibring

Benjamin Seibring

Benjamin Seibring ist Redakteur für die Bereiche Lifestyle und Mobilität. Er interessiert sich zudem für Kulturthemen mit den Schwerpunkten Musik, Film und Medienanalyse.

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