Recyclingpapiere – Vorurteile und Wahrheiten

„Durch die Gasse der Vorurteile muss die Wahrheit ständig Spießruten laufen”, sagte Indira Gandhi. „An Klischees ist immer etwas Wahres dran“, behauptet Dr. Gregory House. Was man so hört und wie es wirklich ist, kann ganz schön weit auseinanderliegen.

Vorurteile und Schubladendenken

Ein Vorurteil ist eine „ohne Prüfung der objektiven Tatsachen voreilig gefasste oder übernommene, meist von feindseligen Gefühlen gegen jemanden oder etwas geprägte Meinung“. Also ein vorschnelles und generalisierendes Urteil, das nur ganz selten die Wahrheit widerspiegelt. „Dicke Personen essen zu viel und machen keinen Sport.“ „Bodybuilder haben viel Kraft, wenig Hirn.“

Wer gibt schon gerne zu, dass er Vorurteile hat? Doch sind wir ehrlich zu uns selbst, können wir die Schubladen und Strukturen erkennen, in denen wir denken und handeln. Wer kennt das nicht? Wir treffen eine Person und noch bevor diese ein Wort sagt, geht eine Schublade im Kopf auf. Der erste Satz bestätigt die erste Wahrnehmung und die Person fällt hinein in diese offene Schublade. Aussagen von anderen zu dieser Person – egal ob wahr oder schlichtweg erfunden – die zu dieser Schublade passen, bestätigen unseren Eindruck. Genauso funktioniert es auch bei Produkten oder bestimmten Themen.

Zu dem Thema Nachhaltigkeit gibt es zahlreiche Vorurteile, die sich hartnäckig halten und immer wieder auftauchen. „Biogemüse fängt schnell an zu schimmeln.“ „Mülltrennung bringt nichts für die Umwelt“. „Nachhaltiger Konsum ist teuer“. „Recyclingpapier ist grau“.

Liegen Vorurteile einfach in der Natur des Menschen? Nicht ganz. Wenn ein Kind das Licht dieser Welt erblickt, kennt es keine Vorurteile. Mit viel Neugier und Entdeckergeist lernt es unsere Welt kennen. Eine Welt, die zunächst noch fremd und durchaus komplex ist. Unser Gehirn hat das perfekte System, um die vielen, komplexen Informationen aufnehmen und bewältigen zu können. Unsere Schubladen. Für alles, was jemand hört, liest, entdeckt, wird eine Schublade angelegt – die Basis für Vorurteile. Allerdings hat dieses System erst in heutigen menschlichen Gesellschaften einen bitteren Beigeschmack. Für unsere Vorfahren, die als Jäger und Sammler durch die afrikanische Steppe oder die eiszeitlichen Gletscherwelten Nordeuropas zogen, war „Denken in Schubladen“ eine gute Strategie und sogar überlebenswichtig. Weil Schubladen eine schnelle Einschätzung von Personen, Dingen und Situationen ermöglichen: Freund oder Feind, gefährlich oder harmlos, Flucht oder Kampf. Wir können sofort bewerten und handeln. Die Schubladen geben uns Orientierung. Früher sicherten sie unser Überleben und auch heute machen sie uns das Leben leichter. Einfach, schnell, bequem. “Nachdenken ist die wirksamste Therapie gegen Vorurteile.” (Ernst Ferstl, Wegweiser), aber auch anstrengend. Und wer strengt sich schon gerne an, wenn es auch anders geht?

Ein Vorurteil hält sich oft ganz hartnäckig und wird immer wieder gefestigt. Wie geht das? Ganz unbewusst natürlich. Jeder sieht nur, was er sehen will. Jeder hört nur, was er hören will. Man nimmt nur das wahr, was zu der bestimmten „Schublade“ passt. Frauen können nicht Autofahren? Tatsächlich, ich sehe ständig Frauen, die im Straßenverkehr negativ auffallen. Die negativ auffallenden Männer registriere ich nicht und auch die guten Autofahrerinnen erscheinen nicht in meiner Wahrnehmung. Meine Prognose berechtigt und bestätigt immer wieder das Dasein dieser „Schublade“.

Recyclingpapiere und Vorurteile

Vieles, was über Recyclingpapier gesagt wird, ist mit solchen Vorurteilen behaftet. „Recyclingpapiere sind grau und teuer“. „Recyclingpapiere stauben und verursachen Stau im Drucker“. Diese Vorurteile stammen aus den Anfängen der Recyclingpapierentwicklung. Wer heute genau hinschaut, wird feststellen, dass die modernen Recyclingpapiere nichts mehr mit diesem alten Image zu tun haben. Recyclingpapiere sind heute weiß, haben ein ansprechendes Preis- Leistungsverhältnis und laufen einwandfrei auf allen gängigen Druck- und Kopiergeräten. Und was wichtiger ist denn je – Recyclingpapiere schonen unsere Umwelt und das Klima.

Was man so sagt über Recyclingpapieren und wie es wirklich ist, können Sie hier im Detail nachlesen.

Mit Vorurteilen aufräumen

Es spielt keine Rolle, ob es um Recyclingpapier, ein anderes Produkt, eine Sache oder eine Person geht – hinterfragen Sie Ihre Haltung. Schauen Sie bewusst hin. Fällen Sie Ihr Urteil tatsächlich auf Basis eigener Erfahrungen? Oder war es einfacher, eine vorhandene Meinung zu übernehmen? Können Sie die Person oder die Sache wirklich bewerten oder gab es bisher gar keine echten Berührungspunkte? Haben eine einmalige oder ältere Erfahrung oder die Erzählungen anderer zu dem Vorurteil geführt? Es könnte doch gut sein, dass sich die Sachverhalte im Laufe der Zeit völlig verändert haben …

Viel Erfolg beim Aufräumen mit Vorurteilen.

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Veronika Warmers

Veronika Warmers

Verantwortet das Marketing, den Bereich Social Media und e-business bei Steinbeis Papier. Kreislaufwirtschaft, Recycling und Biodiversität sind die Themen, die der diplomierten Betriebswirtin am Herzen liegen. Begeisterte Bloggerin des Steinbeis Redaktionsteams.

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