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Papierwelten

Papier: wertvoll wie nie

14.12.2022 - Papier ist ein begehrter Rohstoff. Für die Mitarbeiter:innen bei Steinbeis Papier ist das nichts Neues. Doch in den letzten Monaten ist es besonders knapp auf dem gesamten Markt – egal ob Frischfaser- oder Recyclingpapier.

Weihnachten ist die Zeit für Kerzenschein, Tannenbäume und natürlich die des Schenkens. Und was wären Geschenke ohne Geschenkpapier! Doch müssen wir bald auf den Nervenkitzel des Auspackens verzichten? So weit ist es noch nicht. Allerdings ist grafisches Papier, also Papier welches für Bücher und Zeitungen verwendet wird, gegenwärtig ein rares und teures Gut. So sorgt die Papierknappheit selbst bei großen Verlagshäusern und Zeitungsherausgebern für Produktionsprobleme – sogar so weit, dass zum Beispiel nicht klar ist, ob Bestseller zum Weihnachtsgeschäft neu aufgelegt werden können. Zwar setzen immer mehr Unternehmen auf Recyclingpapier, doch auch das ist knapp und Hersteller mussten ihre Preise anpassen.

Trotz Schwierigkeiten bleibt Ulrich Feuersinger positiv gestimmt: „Die Situation ist sicherlich nicht ganz einfach, aber aus unserer Sicht immer noch besser als der Einbruch im letzten Jahr.” Fotos: Florian Thoss für Steinbeis Papier

Corona hinterlässt Spuren

Verantwortlich sind die Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre. Die Corona bedingten Lockdowns fungierten wie ein Zeitraffer und haben die Entwicklung, die Experten der Digitalisierung zuschreiben, beschleunigt. Geschlossene Geschäfte benötigten keine Werbeflyer und auch Mitarbeiter:innen im Home-Office verbrauchten im Regelfall weniger Papier als im Büro. Entsprechend ist während der Corona Pandemie in 2020 die Nachfrage nach grafischen Papieren deutlich zurückgegangen. Darauf haben einige große Hersteller mit Werksschließungen oder Umrüstungen auf Verpackungspapiere reagiert. Nach Beendigung der Lockdowns ist die Nachfrage wieder deutlich gestiegen, doch der Wegfall dieser Produktionskapazitäten führt aktuell zu einer Verknappung des Angebotes. Die verbliebenen Papierhersteller müssen eine erhöhte Nachfrage bedienen: „Wir hätten vermutlich viele neue Kunden, versuchen aber unsere langjährigen Partner bevorzugt zu bedienen”, erklärt Ulrich Feuersinger, CEO der Steinbeis Papier GmbH.

Umkämpfter Rohstoff

Doch auch das ist nicht immer leicht. Geringere Zeitungsdicken und stornierte Werbeblätter sorgten in den letzten Monaten außerdem dafür, dass weniger Altpapier anfiel – und damit nicht als Rohstoff zum Recycling zur Verfügung stand. Und das während, ebenfalls durch Corona befeuert, der Online-Versandhandel boomt und die Pharmaindustrie auf unüblich große Mengen Verpackungsmaterial zurückgreift. Die erhöhte Produktion an Kartonagen forciert den Wettbewerb um den Rohstoff und treibt die Preise weiter hoch. So ist Altpapier um etwa 80 Prozent teurer als noch 2019. Gleichzeitig sorgen steigende Transport-, Energie- und Rohstoffkosten für weitere Preisanpassungen.

Vorausschauend planen

Um nicht in Engpässe zu geraten, rät Ulrich Feuersinger Kund:innen und Verbraucher:innen, die regelmäßig auf Papier angewiesen sind, sich rechtzeitig um Kapazitätssicherungen bei bestehenden Lieferanten zu bemühen. Langfristig könne außerdem versucht werden, die eigene Lagerhaltung etwas zu vergrößern. Wie sich die Lage weiter entwickelt, sei indes schwer absehbar, erklärt Ulrich Feuersinger. Rohstoffkosten und Energie seien unkalkulierbare Kostentreiber, die im Aufwärtstrend sind – ganz besonders die Transportkosten. Kurzfristig reagieren Verlage und Zeitungsherausgeber nun mit verringerten Auflagen und Umfängen auf die Lage. Und hoffen, dass es nächstes Jahr wieder genug Papier für alle gibt.

Aus aktuellem Anlass wurde das Thema Altpapierknappheit auch medial immer wieder aufgegriffen. Zuletzt besuchte deshalb das Team der Wissenschaftssendung Galileo das Werk von Steinbeis Papier. Den entstandenen Beitrag finden Sie hier.

 

Titelbild: Paper Textures/Unsplash

Autor/-in

Valerie Bachert

Valerie Bachert ist Journalistin, Chefin vom Dienst und Nachhaltigkeits-Beauftragte. Ihr Interesse gilt den Bereichen ökologischer Landbau, bewusster Konsum, Artensterben, soziale Ungerechtigkeit und nachhaltige Ernährung.

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