Industrie 4.0 @Steinbeis Papier

Steinbeis Papier betreibt eine der modernsten Recyclingpapierfabriken in Europa. Das Unternehmen schaut auf mehr als 40 Jahre Erfahrung in der ökologisch-integrierten Papierproduktion. Eine Erfolgsgeschichte, die auf stetigem Innovationsgeist basiert. Das jüngste Industrie-4.0-Projekt unterstreicht das Engagement des europäischen Marktführers.

Die grundsätzliche Aufgabe eines Unternehmens wie Steinbeis Papier besteht darin, konkurrenzfähige Produkte unter höchsten ökologisch nachhaltigen Standards herzustellen. Das gelingt vor allem mit hocheffizienten Produktionsabläufen. Um diese zu gewährleisten, hat Steinbeis Papier auf Industrie 4.0 umgestellt. Der Recyclingpapierhersteller setzt fortlaufend auf die Digitalisierung des Unternehmens. Ein weiterer Schritt dahin war die Integration eines SAP-HANA-Systems in die Produktion. „Seit Langem haben wir einen hoch automatisierten Prozess in der Produktion etabliert. Unzählige Daten wurden erfasst und geschrieben. Dann ist die Idee gereift, aus diesen Daten mehr zu machen, einen größeren Nutzen zu schöpfen. An dieser Stelle kommt die Zusammenarbeit von Steinbeis Papier, der avato consulting AG und von SAP mit ihrer Datenbanktechnologie HANA ins Spiel“, sagt Dr. Michael Hunold, der sich seit vier Jahren um die Integration neuer Systeme und Prozesse bei Steinbeis Papier kümmert.

Dr. Michael Hunold ist seit 23 Jahren bei Steinbeis Papier. Als Leiter Neue Prozesse kümmert er sich um die fortlaufende Digitalisierung im Unternehmen. Foto: Steinbeis Papier
Kooperation für mehr Effizienz

Steinbeis Papier betreibt eine der modernsten ökologisch-integrierten Recyclingpapierfabriken in Europa. Jedes Jahr produziert das Unternehmen mehr als 300.000 Tonnen Kopier-, Magazin- und Digitaldruckpapiere aus 100 Prozent Altpapier. Der Erfolg des europäischen Marktführers ist das Ergebnis einer stetigen Optimierung der Produktionsprozesse. Dazu trägt auch der digitale Wandel bei, den Steinbeis vollzogen hat. Dr. Michael Hunold hat hier als Koordinator zwischen externen Partnern und internen Abteilungen fungiert: „Vor dreieinhalb Jahren haben wir begonnen, die Digitalisierung auf das gesamte Unternehmen auszubreiten. Das Projekt Industrie 4.0 @Steinbeis Papier konnten wir dann mit avato consulting und SAP realisieren.“

Initialisierung des Digitalisierungsprojekts

Zusammen mit avato wurden zunächst Ideen aus dem Unternehmen in Use Cases übersetzt, um herauszufinden, was ein neues System mitbringen muss. Dr. Michael Hunold erinnert sich an die Initialisierungsphase: „Wir haben Interviews mit Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen geführt. Beispielhaft wollten wir Fragestellungen lösen, die aus der Produktion, aber auch aus dem Einkauf und dem Controlling kamen. Es war wichtig zu schauen, was eine Umstellung in qualitativer und kostentechnischer Hinsicht bedeutet.“

Industrie 4.0 bedeutet für Steinbeis Papier eine schnellere Datenanalyse und damit frühere Regulierungsmöglichkeiten in der laufenden Produktion. Foto: Steinbeis Papier
Implementierung von SAP HANA

Nach einem Jahr konnte die avato consulting AG eine auf Steinbeis Papier zugeschnittene Datenplattform auf Basis von SAP HANA und eigenen Komponenten liefern. „Wir mussten zunächst die technologischen Voraussetzungen schaffen und unsere mannigfaltigen Daten in die Datenbank überführen. Doch seit zwei Jahren gehen wir kontinuierlich an alle Anwendungen heran. Sämtliche Herausforderungen in unserem Arbeitsalltag schauen wir uns genau an und überlegen, ob wir sie mit den neuen Analysemöglichkeiten lösen können“, sagt Dr. Michael Hunold. Mit der Implementierung können jetzt die Daten aus 25.000 Sensoren in der Produktion im Sekundentakt geliefert, gespeichert und in Verbindung mit Daten aus MES und ERP auf der neuen SAP-HANA-Plattform in Echtzeit analysiert werden.

Neue Möglichkeiten mit SAP HANA

Die Industrie 4.0 ist Teil einer Evolution und die logische Weiterentwicklung von dem, was Steinbeis Papier bisher vollzogen hat. „Unsere Produktion ist seit vielen Jahren hoch automatisiert und produziert viele Daten. Diese Datensätze lassen wir jetzt zusätzlich in die SAP HANA schreiben. So ergeben sich ganz andere Möglichkeiten der Auswertung. Gerade in der Produktion lassen sich Zyklen zwischen Abweichung und Korrektur durch eine schnellere Datenanalyse verkürzen.“ Auch eine anfängliche Skepsis unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Steinbeis Papier konnte schnell aus dem Weg geräumt werden – das System zielt als effektives Tool darauf ab, im Arbeitsprozess zu unterstützen. Es wertet im Hintergrund aus und stellt Daten zusammen, sodass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter schneller regulierend eingreifen kann.

Dr. Michael Hunold resümiert: „Wir bei Steinbeis Papier haben frühzeitig auf Altpapier und damit auf Nachhaltigkeit in der Herstellung gesetzt und entsprechende Prozesse entwickelt. Wir arbeiten weiter daran, uns immer zu verbessern – ein Mittel ist die optimierte Datenanalyse, Nutzung von Daten und schnelle Bereitstellung.“ Auch andere Unternehmensbereiche wie der Einkauf und das Controlling sollen in Zukunft stärker in das System integriert werden.

Anfang 2020 wurde das Projekt von Steinbeis Papier mit dem SAP Quality Award ausgezeichnet. In einem Filmbeitrag von SAP wird die Innovationskraft des Projekts mit Stellungnahmen von CEO Ulrich Feuersinger und dem Leiter Neue Prozesse Dr. Michael Hunold sowie Eindrücken aus dem Unternehmen noch mal unterstrichen:

Titelbild: Steinbeis Papier
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Benjamin Seibring

Benjamin Seibring ist Redakteur für die Bereiche Lifestyle und Mobilität. Er interessiert sich zudem für Kulturthemen mit den Schwerpunkten Musik, Film und Medienanalyse.

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