Drei Zeichen für Kopierpapiere, die Umwelt, Klima und Ressourcen schützen.

Vollgemüllte Meere, Klimawandel, hoher Ressourcenverschleiß – Themen, die in der letzten Zeit für viel Wirbel in den Medien sorgten. Dazu eine ganze Menge an Parolen, was alles geändert werden muss und zu tun ist. Die Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz liegt nicht nur bei der Politik, Industrie und Wirtschaft – sie liegt bei jedem Einzelnen. Es gibt bereits eine Menge an einfachen, direkt umsetzbaren Lösungen, die uns helfen, nachhaltig zu handeln, zu konsumieren und natürliche Ressourcen zu schonen. Wie die Verwendung von Druck- und Kopierpapier mit den Umweltlabeln Blauer Engel, EU Ecolabel und FSC.

Nach wie vor hohe Verwendung von Druck- und Kopierpapier

In Verwaltungen, Bürolandschaften und Unternehmen wird Druck- und Kopierpapier immer noch in hohen Mengen eingesetzt. Millionen an A4- und A3 Copy-Papieren laufen jährlich durch Hightech-Drucksysteme. Als Rechnungen, Kundenschreiben, Verträge, Mailings, Präsentationsvorlagen, Handouts und ähnlichem mehr. Hinter den Papierprodukten stecken zwei Industrien mit völlig unterschiedlichen Produktions- und Rohstoffkonzepten. Die eine ist die traditionelle, frischfaserbasierte Papierindustrie. Die andere ist die auf Sekundärrohstoffen basierende Recyclingpapierindustrie. Frischfaserprodukte (hoher Verwendungsanteil des Rohstoffes Holz) machen immer noch den Löwenanteil im Markt aus. Der Marktanteil an Recyclingpapier aus 100 % Altpapier wächst stetig. Für die meisten Papieranwender sind die Qualität und die Leistungseigenschaften der Produkte kaufentscheidend. Bei der Weiße, Laufzuverlässigkeit, Optik und Haptik haben Recyclingpapiere den Vorsprung der Frischfaserprodukte wettgemacht. Druckerpapiere aus einer nachhaltigen Produktion sind gefragt, insbesondere solche mit dem Blauen Engel.

Der Blauer Engel – das Umweltzeichen der Bundesregierung seit 1978

Der Blaue Engel ist das Zeichen für Verbraucherschutz. Das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung dazu: „Der Blaue Engel garantiert, dass die Produkte und Dienstleistungen hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. Dabei ist bei der Beurteilung stets der gesamte Lebensweg zu betrachten.“ Bevor ein Druck- und Kopierpapier mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wird, muss es sämtliche, strenge Kriterien erfüllen: Garantiert hergestellt aus 100 % Altpapier, kein Einsatz von Chlor oder halogenierten Bleichmitteln, klare Begrenzung und Ausschluss bestimmter Chemikalien bei der Papierherstellung. Alle Hilfsstoffe müssen nach der XXXVI Empfehlung (Lebensmittel und Bedarfsgegenständegesetz des Bundesinstitutes für Risikobewertung BfR) zugelassen sein. Die Verwendung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel ist ein Beitrag zu Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz.

Das EU Ecolabel – das Umweltzeichen der Europäischen Union

Das EU Ecolabel kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen haben als vergleichbare andere Produkte. „Mit dem EU Ecolabel soll der Verbraucher die Möglichkeit haben, umweltfreundlichere und gesündere Produkte und Dienstleistungen identifizieren zu können.“  Bezogen auf Papier liegen die Schwerpunkte der Kriterien auf eingesetzte Chemikalien, Energieverbrauch, Wasser – und Luftemissionen und Abfallmanagement. Der Rohstoff kann sowohl Frischfaser als auch Altpapier sein. Auch hier ist der Einsatz von Chlor verboten, der Einsatz von halogenen Bleichmitteln allerdings erlaubt. Die klare Begrenzung und Ausschluss bestimmter Chemikalien bei der Papierherstellung ist gegeben. Die Kriterien sind weitestgehend identisch mit dem Nordic Ecolabel und das EU Ecolabel löst dieses Umweltzeichen immer mehr ab.

FSC (Forest Stewardship Council) – das Umweltzeichen der Forstwirtschaft

Der FSC ist eine Organisation, die ein System zur Zertifizierung verantwortungsvoller Forstwirtschaft ins Leben gerufen hat. „Der FSC wurde gegründet, um eine ökologisch angepasste, sozial förderliche, wirtschaftlich rentable Bewirtschaftung der Wälder dieser Welt zu fördern und somit zu gewährleisten, dass Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden können, ohne die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden.“ Das FSC-Logo darf nur für Produkte verwendet werden, die aus bekannten oder zertifizierten Faserrohstoffen bestehen und über einen zertifizierten Lieferanten beschafft wurden – beginnend bei den Wäldern über die Produktion, Weiterverarbeitung und den Handel (Chain of Custody). Das heißt, der FSC übernimmt die Kontrollfunktion vom Rohstoffanbau bis hin zur Weiterverarbeitung des hergestellten Papiers. Der Faserrohstoff kommt aus 100% kontrollierter oder zertifizierter Quelle/Forstwirtschaft. Im Zusammenhang mit Papier kann der Faserrohstoff aus hoch aufgeschlossenem Zellstoff (daher die Bezeichnung holzfrei), aber auch weniger hoch aufgeschlossenen Zellstoffen (daher die Bezeichnung holzhaltig) oder auch aus Recyclingfasern bestehen. Der FSC sieht in Abhängigkeit von dem eingesetzten Material unterschiedliche Label vor: FSC, FSC Mix, FSC Recycled. Zum Einsatz von Chlor und halogenen Bleichmitteln oder zur Begrenzung und zum Ausschluss bestimmter Chemikalien bei der Herstellung trifft der FSC Guide keine Aussagen.

Drei Umweltlabel, drei unterschiedliche Ansätze etwas Gutes für Umwelt und Ressourcen zu tun

Bei der Frage und Diskussion um das “wahre” nachhaltige Papier gibt es zwar unterschiedliche Positionen. Doch der gemeinsame Nenner ist das Entscheidende: Die Unternehmen setzen sich in aller Verantwortung für eine nachhaltige Industrie- und Beschaffung ein. Und ermöglichen Konsumenten damit, ein wichtiger Teil für mehr Nachhaltigkeit, mehr Verantwortung und mehr Umweltschutz zu sein.

 

Titelbild: Corinne Kutz on Unsplash

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Veronika Warmers

Veronika Warmers

Verantwortet das Marketing, den Bereich Social Media und e-business bei Steinbeis Papier. Kreislaufwirtschaft, Recycling und Biodiversität sind die Themen, die der diplomierten Betriebswirtin am Herzen liegen. Begeisterte Bloggerin des Steinbeis Redaktionsteams.

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